Kleber-Express

Als Regionalexpress ist er im Kursbuch verzeichnet, als "Kleber-Express" hat die Zugverbindung Freiburg-München Bahngeschichte geschrieben. Ein Zugpaar in jede Richtung täglich und direkt, ohne umsteigen zu müssen. Das letzte nicht elektrische betriebene Zugpaar auf der Höllentalbahn. Fahrzeit für 317 Kilometer: sechs Stunden und 27 Minuten. Zeit genug, um in der Kleber-Express-Geschichte zu blättern, und um den Mann zu portraitieren, dessen Großvater bereits die Idee einer durchgängigen Verbindung Freiburg-München hatte.
Andreas Kleber ist Initiator und Namensgeber. Er ist voller Kreativität, wenn es um sein Lieblingsthema, die Bahn, geht. Und wenn dabei noch "sein" Zug im Mittelpunkt steht, ist seine Begeisterung ansteckend. Mit Wissen und Kompetenz hat er aus einem "gewöhnlichen" Eilzug einen ganz besonderen Zug gemacht. Als Gastwirt und Hotelier schlug sein Herz schon immer für die Bahn. So hat ihn das Kursbuch bereits als Kind wesentlich mehr in Bann gezogen als der Katechismus. Zur Küchenmeisterprüfung kam er zu spät, da seine Lok-Favoritin, eine P8, einen Zylinderschaden hatte. Da liegt es nahe, dass sogar seine Hochzeit im Zug stattfinden musste, im Kleber-Express. Und die Tauffeier seiner Tochter natürlich auch.
Die Wurzeln liegen in Bad Saulgau: Andreas Kleber stammt in der elften Generation aus der Gastwirts-Familie Kleber-Post. Mit Unterstützung anderer Bahnprotagonisten wurde durch seine Initiative der Zug zum "Kleber-Express".

 

Das Aus des Kleber-Express kam mit dem Fahrplanwechsel zum 14. Dezember 2003. Wie bei fast allem gibt es ein für und wider. So wie er durchgeführt wurde, nämlich als überlange Regionalbahn, macht er keinen Sinn. Auf dem meist eingleisigen Laufweg sammelte er oft Verspätungen ein und brachte so den Taktverkehr durcheinander. Umsteigefrei von München nach Freiburg oder umgekehrt zu reisen wäre schon ein erstrebenswertes Ziel. Allerdings nicht in unklimatisierten AB-Wagen und an jeder Station haltend. Da kommt auch bei dem hartgesottenen Eisenbahnfan kaum Freude auf. Aber als Schnellzug mit wenigen Unterwegshalten und mit Reisezugwagen, die den Namen auch verdienen, könnte dies ein interessanter Zug sein.
Hier ein Bild vom letzten Zug nach München, als er am 13.12.2003 Richtung Himmelreich fährt. Für die letzte Fahrt durfte nochmals 'König Ludwig' ran.